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Archiv für Dezember, 2010

schwäbische Vornamen (2): Scarlett

30. Dezember 2010 Kommentare ausgeschaltet

Na ja, eigentlich kein schwäbischer Vornamen – hört sich aber auf schwäbisch schrecklich an…

Aus Scarlett wird im Schwabenland gerne so etwas seltsames wie Schgarlädd

Dann doch lieber Astrid.

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Schwäbische Lebensweisheiten I

27. Dezember 2010 Kommentare ausgeschaltet

Au dr schdärgschde Rega fängd mid ma Dropfa a.

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D’ Weihnachts’gschicht uff schwäbisch

23. Dezember 2010 Kommentare ausgeschaltet

Wia se noch am Evangelischt Lukas vor augfähr 2000 Johr datsächlich bassiert isch

Sellamols -wia dr Auguscht en Rom Kaiser war ond so an gwisser Cyrenius Schtadthalder vo Syria ond oaner mit Nama Herodes war do dr Könich vo Judäa. No hot der Kaiser a’gwisa, daß sei ganzes Völkle zehlt wera soll – ond daß jeder do na muas wo er au uff’d Welt komma isch, om sich uffschreiba zom lau.
Schließlich hodt au domols schau an Kaiser wissa wella, was denn so an Schdeira vo seine Leut eizdreibat wär.

Jezadle isch also jeder do na wo er her war, ond hodt sich eidraga lau.

En Nazareth en Galiläa hodt an Zemmerma glebt, dr Joseph, ond sei Braut Maria. S’Mariele war en andere Omschtänd, aber net vo ehm, sondern vom heiliga Geischt, was aber en deam Fall g’schdemmt hodt. Die zwoa hean ihr Bündele g’nomma ond senn nieber noch Judäa, en Richdong Bethlehem, wo jo dr Sepp her war. Des Bethlehem war bekannt durch dean David ond aus deam seinara Sippschaft isch dr Joseph schließlich raus. also hodt er sich au selt eidraga lau miasa.

Dia zwoa senn en schdockduschderer Nacht a’komma ond hean nadürlich au net veil Geld g’hett, wega deam hodt dann an jeder Herbergswirt schnell a’gwongga, wenn se g’frogt hean ob se über Nacht net a Zemmer kriaga kendat.
Zo allem na hodt d’Maria ihr erschde Wehe kett ond es war ziemlich kalt .

En ihrer Naut hean se uff’ra Bomwies em’a Schofstall a Plätzle g’fonda.
Der Josepf hodt gschwend a weng Hei ond Schtrau zamma dau ond die Maria hodt a goldichs liebs Biable uff’d Welt brocht. Sie hodt’s en mitgbrochte Wendla neigwicklat ond eam da Nama Jesus geba – wia se’s vom’a Engel g’seit griagt hodt.
Henna aus em Stall isch an Ochs on an Esel komma ond hean des Bobbele a’guckt on dr’bei mit ihrem Odem warm g’halta. Ond der Sepp ond sei Maria heand sich mordsmäßig g’freit, dass alles no so guat ganga isch.

Dussa em freia – bei ihre Schoof – hean a bar Hirta wache g’halda no isch deana uff oamol an Engel erschiena. –Oh jessas hean dia Angscht g’het.- Doch dr Engel hodt g’said se solladt sich net firchda, er hodt a guade Nochricht –des praktisch s’ganze Volk agau dädt. ’’ Heut isch en Bethlehem der Heiland uff `d Welt komma – des isch Chrischtus der Herr onser Erlöser! “

Ond no hodt er g’seit sie sollet nau amol gugga, es wär ema Schtall – en’ra Krippe dädatse a kleins Bobbale fenda – ond des wär dr Erlöser.
En deam Moment senn zu deam Engel no an ganzer Haufa andere erschiena – ond no hean se alle mitanander g’songa :

Ehre sei Gott in der Höhe – ond Frieden den Menschen auf Erden, die guten Willens sind!

Uff zmol isch es ganz hell worra. Dia Schoofhirt hean zemmapackt ond senn los – ond hean datsächlich des kleine Biable g`fonda, ond sich nadierlich riesig g’freid ond senn nakniebladt ond hean bädet. Ond vo deam bisle was’se g’hett hean – do hot jeder am Sepp ond seiner Maria a’weng davo geba, so dass dia zwoa für’s erschte amol ebbes z’essad ket henn.

Om an Muggaseggel später senn drei noble g’scheite Mann’a en ihre feine Kittel en salle Gegend komma ond hean d’Leut noch deam neigeborana Kendle g’frogt. Es sei ehna selt diba em Morgaland an jenseitsmäßig rießiger Briggel vo Stern erschiena ond hätt’s na a’zeigt – mit deam Kendle – onder deam Stern müsst es sei.

Mer hodt dia drei zum König na g’schickt.

Wia der des vo deam kend g’höört hodt – des dr Erlöser sei soll, uff dean alle gwardet hean, do ischer nadierlich arg verschrogga ond donderschlächtig eifersüchtig worra. Aber so a Schlitzohr wia er war, do hott er g’seit , se sollad des Biable suacha ond ehm Bscheid saga –er kommt no ond will’s au a’beta.
En echt hodt der weidaget üble Lombaseggel Herodes – wenn oaner schau Herodes hoast – des Kendle ombrenga lau wella, om so die Konkurenz vo seim wackelicha Thron auszomschalda.
Dia drei noble Herr’a hean no des Jesuskind datsächlich au g’fonda en seim Schtall, hean’s als zukünftiger Erlöser a’betet ond em an Haufa schöne Sacha doglau. – Se senn dann aber dapfer hennarom, weil se deam Herodes nedt ganz traut hean.

Wiea der Herodes des gschnallt hodt, hodt der sich denkt: wenn i des Jesukind net find, no lass i alle kleine Buba onder zwoa Johr ombrenga, no wird er schau dabei sei. Ond so hodt’s der Dagdieb no au g’macht, alle kleine Biable töda lau.
G’nitzt hodt em sei Schandtat garnix, den der heilige Joseph hodt vomma Engel an Tip griagt ond isch bei Nacht ond Nebel niber noch Ägypta – wo der Herodes nix zom melda kett hodt.
Der Lomp hodt’s no au nemme lang g’macht ond isch ganz elendich g’schdorba.
Ond wia er daudt war isch der Joseph mit der Maria ond deam Jesuskind wieder noch Galiläa noch Nazareth. Selt isch des Kind uffg’wasa – s’isch jeden Dag älder ond g’scheiter wora ond hodt em heilicha Joseph ond der Mutter Gottes arg veil Freid g’macht.

Quelle: unbekannt
(evtl. Gunter Harr??)

Sebastian Sailer gelesen von Prof. Dr. Wolfgang Faigle

21. Dezember 2010 Kommentare ausgeschaltet

Der Adventskalender der HdM Stuttgart präsentiert heute

„Die schwäbische Schöpfung“1 von Sebastian Sailer
gelesen von Prof. Dr. Wolfgang Faigle

1Schöpfung der ersten Menschen, der Sündenfall und dessen Strafe
(Die schwäbische Schöpfung, Komisches Singspiel, 1743)


Sebastian Sailer,

mit Taufnamen Johann Valentin Sailer (* 12. Februar 1714 in Weißenhorn; † 7. März 1777 in Obermarchtal), war ein deutscher Prämonstratenser, Prediger und Schriftsteller des Barock. Er wurde besonders bekannt durch seine Komödien in oberschwäbischem Dialekt und gilt als Begründer und Meister der schwäbischen Mundartdichtung.


Die schwäbische Schöpfung

Am 10. November 1743 führte er im Kloster Schussenried sein neues Singspiel Schöpfung der ersten Menschen, der Sündenfall und dessen Strafe (später bekannt als Die schwäbische Schöpfung) auf. Das Werk, das als das unübertroffene Meisterwerk Sailers gilt, versetzt auf liebevolle, wenn auch derbe Weise die biblische Schöpfungsgeschichte um Adam und Eva in die Welt oberschwäbischer Bauern. Gottvater, Adam und Eva sprechen und singen auf der Bühne in oberschwäbischem Dialekt. Die Komödie war sehr erfolgreich und wurde 1796 sogar – wahrscheinlich unter Einbeziehung Sailers eigener Melodien – von dem Weingartener Klosterkomponisten Meingosus Gaelle als Oper Adam und Evas Erschaffung vertont. Die Schwäbische Schöpfung fand zu allen Zeiten viele Freunde, erlebte – wenn auch erst nach Sailers Tod – zahlreiche, teils illustrierte Ausgaben und wird noch heute etwa im Rahmen der jährlichen Sebastian-Sailer-Tage in Obermarchtal immer wieder aufgeführt. Die Anfang des 20. Jahrhunderts im Kloster Mehrerau aufgefundene Fortsetzung der Schöpfungsgeschichte Kain und Abel lässt sich Sailer nicht sicher zuordnen und könnte – auch aufgrund der hochdeutschen Teile – eine Bearbeitung oder ein Werk eines Nachahmers sein.

Quelle und weitere Infos: Wikipedia

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