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Rezept Gaisburger Marsch

27. Juni 2009 Kommentare ausgeschaltet

Zutaten für die Brühe:
2 lt. Wasser
ca. 600 g Rindfleisch
3 Knochen
Salz
Suppengrün
1 mittelgroße Sellerie
3 Karotten
1 Stange Lauch
Petersilie
geriebener Muskat

Zutaten für den Spätzleteig:
250 g Mehl
3 Eier
Salz
Wasser oder Milch

Zutaten für den Eintopf:
1 große Zwiebel
Pfefferkörner
350 g Kartoffeln
2 EL Butter

Zubereitung:
Mit den 2 Liter Wasser, dem Suppengrün, Sellerie, Karotten, Fleisch, Knochen usw. eine Fleischbrühe machen. Salzen nicht vergessen. Einmal aufkochen, dann mindestens 2 Stunden köcheln lassen, je länger umso besser.
Kartoffeln und evtl. weitere Karotten schälen und würfeln.
Fleisch aus der Brühe nehmen und auf einen Teller legen, die Brühe absieben, wieder aufkochen und die Kartoffeln darin gar kochen.
Spätzle kochen, auf einem Sieb abtropfen lassen. Fleisch würfeln und mit den Spätzle zu den Kartoffeln in die Brühe geben.
Kurz vor Schluss noch Zwiebel in Scheiben schneiden und die Ringe in Butter goldbraun braten. Das Gericht wird mit den gebräunten Zwiebeln und gehackter Petersilie serviert.

Alles klar?
Abschmecken mit Muskat, Salz, Pfeffer usw. natürlich nicht vergessen!

Die ganze Wahrheit über den Gaisburger Marsch

27. Juni 2009 Kommentare ausgeschaltet

Artikel der Stuttgarter Zeitung vom 25.06.2009

Wie ist das Gericht zu seinem Namen gekommen?
Die ganze Wahrheit über den Gaisburger Marsch

Stuttgart – Kartoffelschnitz und Spätzle, Böckinger Feldg’schrei, Verheierte – der Gaisburger Marsch hat viele Namen. Wirklich durchgesetzt hat sich aber nur einer – eben der nach dem Stuttgarter Stadtteil im Stadtbezirk Ost. Tatsächlich ist der Eintopf das einzige Stuttgarter Gericht, das nicht nur in ganz Baden-Württemberg, sondern weit darüber hinaus bekannt ist.

[…], Gaisburger Marsch ist das Lieblingsgericht von Bundespräsident Horst Köhler und von Harald Wohlfahrt, dem anerkannt besten Koch Deutschlands. Der bayerische Sternekoch Alfons Schuhbeck hat ebenso ein Gaisburger-Marsch-Rezept kreiert wie Alfred Biolek, der bekannte Stuttgarter Sternekoch Vincent Klink kann gleich eine ganze Reihe von Marsch-Rezepten bieten, sogar eines mit gebratenen Hasenfilets.[…]

Es gibt mindestens sieben Legenden zur Entstehung des Gaisburger Marsches, die mehr oder weniger verbreitet sind, sei es in Büchern, im Internet oder einfach in den Erzählungen Gaisburger Ur-Einwohner. […]

Der Marsch der Soldaten ist eine der am weitesten verbreiteten Gaisburger-Marsch-Geschichten. Danach hatten Anfang des 20. Jahrhunderts junge Offiziersanwärter aus der nahen Bergkaserne gewisse Privilegien. Eines war, dass sie vor der ungeliebten, nur schwer genießbaren Mannschaftsverpflegung, flüchten durften. Deswegen, so die Legende, formierten sie sich jeden Mittag zum Marsch ins nahe Gaisburg, wo in der Bäckerschmide an der Schurwaldstraße ein kräftiger, wohlschmeckender Ochsenfleischeintopf mit Spätzle und Kartoffeln serviert wurde.

[…]Der Begriff Gaisburger Marsch erscheint in gedruckter Form erstmals in einem Kochbuch aus dem Jahr 1935, damals als Zusatz zu Kartoffelschnitz und Spätzle. In diesem Zusammenhang hat zum Beispiel auch die Stuttgarter Wirtin Erika Wilhelmer (Stäffele, Ampulle) vergeblich in ihrer Sammlung von mehr als 1000 zum Teil sehr alten Kochbüchern nach dem Gaisburger Marsch vor dieser Zeit gesucht.

[…]Gaisburger Marsch. Auf den Spuren des legendären Eintopfs. Ausstellung im Muse-O, Gablenberger Hauptstraße 130, 70186 Stuttgart, von 27. Juni bis Ende September 2009; geöffnet Samstag 14 bis 18 Uhr, Sonntag 13 bis 18 Uhr, sonst während der Öffnungszeiten des Museumscafés (Schlüssel an der Theke). Eintritt 2 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren frei.

Homepage Muse-O
Artikel der Stuttgarter Zeitung vom 25.06.2009