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Artikel Tagged ‘schwäbisch’

Die meisten Dialektsprecher leben im Süden

6. Juli 2009 Kommentare ausgeschaltet

Pressemitteilung des Institut für Deutsche Sprache, 17. Juni 2009

Deutsche lieben ihre Sprache
Die große Mehrheit der Deutschen empfindet Liebe und Stolz für die deutsche Sprache. Das ist das Ergebnis einer deutschlandweiten, repräsentativen Studie zu Spracheinstellungen in Deutschland, die das Mannheimer Institut für Deutsche Sprache und der Lehrstuhl Sozialpsychologie der Universität Mannheim heute in Berlin veröffentlichten. […]

Mehr als die Hälfte aller Deutschen, nämlich 60%, sprechen einen Dialekt. Die meisten Dialektsprecher leben im Süden bzw. Südwesten Deutschlands und im Ostteil Berlins: Im Saarland sind es 94%, in Bayern und in Baden-Württemberg jeweils 86%, in Rheinland-Pfalz 75%. Mit 83% gehört auch der Ostteil Berlins zu einem der Gebiete mit dem höchsten Anteil an Dialektsprechern. Das Vorurteil, Dialekte seien ein Zeichen von niedrigem sozialen Status, konnte die Studie widerlegen: Es zeigte sich kein Zusammenhang zwischen Dialektkompetenz und Bildungsgrad.

Am sympathischsten wird der norddeutsche Dialekt empfunden (24%), gefolgt von Bairisch (20%) und Alemannisch (13%). Nur eine Minderheit (9%) gibt an, keinen Dialekt zu mögen, und immerhin fast ein Drittel der Befragten findet keinen der deutschen Dialekte unsympathisch. […]

[…] Die Mehrheit der Befragten betrachtet die Entwicklung der deutschen Sprache mit gemischten Gefühlen oder sogar mit Sorge. Auf die Frage, ob die Veränderung der deutschen Sprache positiv oder negativ zu bewerten sei, antwortet mehr als die Hälfte der Befragten (53%) unentschieden. 30% sind der Ansicht, die Entwicklung sei „eher besorgniserregend“ oder „sehr besorgniserregend“. 16% der in Deutschland lebenden Bevölkerung findet die Veränderungen „eher erfreulich“ bzw. „sehr erfreulich“.  […]

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Schwäbisch als Weltsprache

3. Juli 2009 Kommentare ausgeschaltet

Dr. Klaus Kinkel, Bundesaußenminister a. D., hat am 1. Juli 2009 einen Mundartvortrag bei der Kreissparkasse Reutlingen gehalten.

Sodele, jedseddle: Ein Schwabe auf dem Weg in die weite Welt

Aus dem Bericht im Reutlinger General-Anzeiger:

[…] Zum »Warmlachen« für sein Publikum machte Kinkel allerdings zunächst Ausflüge in bekannteres Terrain […] und erzählte Geschichten von Protestanten und Katholiken wie die jenes alten Protestanten, der auf seinem Sterbebett plötzlich zum Katholizismus übertreten wollte. Auf erstaunte Nachfrage sagte dieser: »Besser es stirbt einer von denen, als einer von uns«.

[…] Doch für den Schwaben Kinkel gibt es eine Kehrseite von derb und direkt, maulfaul und knapp: »Unser Dialekt ist facettenreich, sogar sprachgewaltig, auch feinfühlig und einmalig.« Was ein Bruddler ist, werde ein Reingeschmeckter nie verstehen und die phantasievolle Vielfalt an Schimpfwörtern und Flüchen, »die werden Sie nirgends sonst finden«.

[…] Grinsend erinnerte sich Klaus Kinkel an seine Zeit als Außenminister, wo er gelegentlich seine Dolmetscher in Verlegenheit brachte mit Bemerkungen wie: »Der soll net so ei Gschiss mache« oder »So ein Furzklemmer, der lieber einen verhebt, damit zwei draus werden«. Ziemlich bald hatten die Dolmetscher immerhin gewisse Routine im Übersetzen von »schwäbisches Käpsele« (good allrounder) oder »Cleverle« (smart operator).

Aus dem Bericht im Alb-Bote:

[…] „Sodele, jedseddle“ – schon allein diese zwei Worte sagen viel über den Schwaben und seine oftmals kurz angebundene, bruddlige aber letztlich doch herzliche Art aus. […]

[…]  Kinkels Leben, das vom Schwäbisch derart geprägt war, dass selbst der Vater gemeint habe, dass nix aus ihm wird. Denn: „Du magst Spätzle und sprichst zu breit Schwäbisch.“ Weshalb es für den jungen Klaus damals auch zur Sprachaufbesserung in die westfälische Heimat des Vaters gegangen sei, in der nach dem Kinkel“schen Aufenthalt aber nicht der Klaus hochdeutsch, sondern das ganze Dorf Schwäbisch g“schwätzt hat.

[…], machte Kinkel aber auch auf die Tiefgründigkeiten des Dialekts aufmerksam. Zu denen zählt unter anderem das Hinterteil mit allem drum und dran. Und obwohl Herzlichkeit und Zuverlässigkeit den Schwaben auszeichnen, ist es meist die Derbheit und ein Schlüsselwort, das manch Rei“gschmeckte verschreckt. Denn weshalb legt sich ein Schwabe bei einem Gewitter wohl umgehend flach auf den Bauch? – „Weil d“r Blitz no nie in a Arschloch eigschlaga hat“, wie Kinkel aufklärte.

der ultimative Schwäbisch-Test

1. Juli 2009 Kommentare ausgeschaltet

Wer den Unterschied zwischen diesen drei Fragen versteht, ist sicher gut dabei:

  • Wo gosch na?
  • Wo gosch nò na?
  • Wo gosch nó nò na?
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